• Natalia Sousa

Ingenieure testen intuitiv erfassbare Geräusche wie Fahrradklingeln und Schritte

Fahrer-Assistenzsysteme warnen uns schon heute in Form von optischen und akustischen Signalen vor Gefahren im Straßenverkehr. Aber was wäre, wenn solche Warnungen die realen Geräusche nahender Verkehrsteilnehmer simulieren und den Autofahrern zugleich auch noch akustisch anzeigen würden, aus welcher Richtung sich diese Verkehrsteilnehmer genau nähern? Ingenieure von Ford erforschen derzeit einen intelligenten Ansatz zur Nutzung des bordeigenen Audiosystems, mit dem sich die genaue Position anderer Verkehrsteilnehmer wie etwa Fußgänger oder Fahrradfahrer akustisch verdeutlichen lässt. Außerdem testen sie die Verwendung realistischer Geräusche – wie etwa Fahrradklingeln und Schritte – anstelle eines universellen Warntons. Erste Versuche zeigen: Autofahrer, die entsprechende Warnungen über ihr bordeigenes Audiosystem erhielten, konnten potenzielle Gefahren besser erkennen und orten.



Ford-Fahrzeuge haben Fahrer-Assistenztechnologien an Bord, die dank ihrer Sensoren erkennen, wenn sich Fußgänger, Radfahrer oder andere Fahrzeuge dem eigenen Fahrzeug bedenklich nähern. Diese Systeme warnen den Fahrer dann visuell und akustisch und leiten bei Bedarf auch eine Notbremsung ein.


Der aktuell im Versuchsstadium befindliche sogenannte „Directional Audio Alert“ geht mit diesen Warnungen noch einen Schritt weiter: Eine von Ford entwickelte Software verwendet die Informationen der Sensoren, um automatisch auch das passende Geräusch auszuwählen, das dem potenziellen Gefahrenherd am ähnlichsten ist – also zum Beispiel eine Klingel für einen Fahrradfahrer oder Schritte für einen Fußgänger. Außerdem wird dieses Geräusch über den „richtigen“ Lautsprecher ausgestrahlt – nähert sich der Fahrradfahrer von rechts, wird der Ton (zum Beispiel eine Fahrradklingel) über die Lautsprecher auf der der rechten Fahrzeugseite wiedergegeben.


Tests in einer simulierten Umgebung zeigten, dass Fahrer, die vom „Directional Audio Alert“ gewarnt wurden, die Art und die Quelle der Gefahr in 74 Prozent der Fälle richtig identifizierten. Bereits die Übertragung eines neutralen, konventionellen Tons aus den „richtigen“ Lautsprechern ermöglichte es dem Fahrer, in 70 Prozent der Fälle die Position des Objekts korrekt zu orten. Die Ingenieure stellten auf der Teststrecke auch ein reales Szenario mit einem rückwärts aus einer Parklücke herausfahrenden Autos nach – einschließlich der akustischen Simulation eines sich nähernden Fußgängers. Die Testteilnehmer reagierten deutlich messbar auf die künstlich erzeugten Schritte des Fußgängers.


„Heute warnen Töne die Autofahrer in potenziell gefährlichen Situationen, damit sie entsprechend vorsichtig und wachsam sind. Die Technologie von morgen könnte uns sowohl auf die exakte Art der Gefahr aufmerksam machen, als auch darauf, aus welcher Richtung sie genau kommt“, so Oliver Kirstein, SYNC Software Engineer, Enterprise Connectivity, Ford of Europe.


Die Ford-Ingenieure glauben, dass in Zukunft durch die Verwendung von räumlichen 3D-Klängen, wie sie bereits in Kinos und Computerspielen gebräuchlich sind, eine noch genauere Identifizierung etwaiger Gefahren und ihrer Ortung ermöglicht werden könnte.




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