• Natalia Sousa

Lidar-Technologie kann die Sicherheit der Fußgänger verbessern

Während insgesamt im letzten Jahr die Anzahl der gefahrenen Meilen aufgrund der COVID-19-Pandemie um 13 Prozent zurückging, nahm die Zahl der Toten durch Autounfälle in den USA um 8 Prozent zu, berichtete der National Safety Council. Velodyne Lidar, Inc. hat heute gezeigt, wie Systeme für Pedestrian Automated Emergency Braking (PAEB, automatische Notbremsen für Fußgänger) mit Lidar-Technologie erheblich verbessert werden können. Es besteht das Potential, dass damit jedes Jahr Tausende von Menschenleben gerettet werden können.


Velodyne veröffentlichte ein neues Video, in dem gezeigt wird, wie die erschwingliche, Lidar-basierte PAEB-Lösung des Unternehmens unter allen Arten von Bedingungen hervorragende Leistung erbringt – ein entscheidender Vorteil gegenüber Systemen mit Radar und Kamera. Das ist insbesondere von kritischer Bedeutung, da die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA, US-Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit) meldet, dass 80 Prozent der tödlichen Unfälle von Fußgängern bei dunklen Lichtbedingungen passieren.


In dem Video von Velodyne werden markante Testergebnisse präsentiert, bei denen ein hoch bewertetes PAEB-System mit auf Radar und Kamera basierender Technologie in allen sechs Nacht-Szenarien versagte, während die Velodyne PAEB-Lösung einen Zusammenstoß in jeder Situation verhindern konnte. Diese Ergebnisse unterstützen unabhängige Tests durch die NHTSA und die American Automobile Association (AAA, US-Verkehrsclub), mit denen bestätigt werden sollte, ob PAEB-Systeme mit auf Radar und Kamera basierender Technologie Fußgänger bei dunklen Lichtbedingungen ausreichend schützen.


Bei der Velodyne PAEB-Lösung wird eine proprietäre Software namens Vella mit den Lidar-Sensoren von Velodyne kombiniert. Die Sensoren können leicht an verschiedensten Stellen im Fahrzeug integriert werden, u. a. hinter der Windschutzscheibe. Die Software Vella interpretiert Lidar-Daten, um Zusammenstöße mit beweglichen und statischen Objekten zu verhindern oder abzuschwächen. Über prädiktive Kollisionsüberwachung vergleicht Vella das Fahrverhalten eines Fahrzeugs mit anderen Verkehrsteilnehmern und Objekten, um Szenarios drohender Zusammenstöße zu ermitteln.


Velodyne informiert die NHTSA und andere führende Stellen für die Autosicherheit über die PAEB-Testmethode und die Ergebnisse des Unternehmens. Der NHTSA liegt ein anhängiger Vorschlag vor, das New Car Assessment Program (NCAP) zu aktualisieren. Damit werden zusätzliche Kapazitäten für Fahrerassistenzsysteme (Advanced Driver Assistance Systems, ADAS) ins NCAP aufgenommen, darunter auch PAEB. Velodyne unterstützt das NCAP-Vorhaben der NHTSA sehr, bei neu entstehenden Sicherheitstechnologien Schritt zu halten und den Verbrauchern dringend benötigte Informationen zu liefern. Das Unternehmen freut sich darauf, dass die NHTSA-Führung die Prüfung dieser Maßnahme abschließt und sein Request for Comments vorlegt.


„Unsere PAEB-Testinitiative beweist eindeutig die Notwendigkeit, dass Aufsichtsbehörden und Prüforganisationen nächtliche Bedingungen in ihre PAEB-Auswertungsprotokolle aufnehmen“, sagte Anand Gopalan, CEO von Velodyne Lidar. „Jeder und insbesondere Autohersteller und Fahrer werden erwarten, dass ADAS wie PAEB unter verschiedensten Lichtbedingungen effektiv funktionieren, insbesondere nachts, wenn die meisten tödlichen Unfälle von Fußgängern passieren. Wir sind überzeugt, dass sich die Lidar-Daten von Velodyne und die Verarbeitungssoftware Vella als effektiv und bereit zur Implementierung erwiesen haben und das Potential haben, jedes Jahr Tausenden von Fußgängern das Leben zu retten.“


Testmethode von Velodyne PAEB


Die Velodyne PAEB-Tests wurden nachts in einer unabhängigen Testanlage durchgeführt, ohne Straßenbeleuchtung und mit einer Umgebungsbeleuchtung von weniger als 1 Lux. Die beiden Fahrzeuge im Test fuhren jeweils mit 30 mph auf einer geraden Strecke. Die Testfahrzeuge hatten während der Versuche jeweils das Abblendlicht an. Es wurden unbewegliche Dummys von Kindern und erwachsenen Fußgängern verwendet, die mit den vom amerikanischen Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) und vom Euro NCAP vorgeschriebenen Testprotokollen kompatibel waren.


Es wurden sechs Szenarien ausgewertet, wobei beide Fahrzeuge in jedem Szenario jeweils fünfmal getestet wurden, bzw. solange, bis das Fahrzeug dreimal mit der Attrappe kollidierte. So konnten die Schäden an den Attrappen und Autos minimiert werden. Die Szenarien, in denen die Fahrzeuge geprüft wurden, waren: Erwachsener überquert mit Überschneidung von 50 Prozent (bei halber Breite des Testfahrzeugs); Erwachsener überquert mit Überschneidung von 25 Prozent; Kind überquert mit Überschneidung von 50 Prozent; Kind überquert mit Überschneidung von 25 Prozent, mit Erwachsenem bei 75 Prozent, 10 Fuß hinter dem Kind; Erwachsener überquert in der Ecke der Fahrerseite; gestürzter Erwachsener mit Überschneidung von 50 Prozent.


Das Fahrzeug mit dem Lidar-basierten PAEB-System von Velodyne, das mit einem Velarray-Lidar-Sensor ausgerüstet war, konnte bei fünf von fünf Versuchen in jedem getesteten Szenario rechtzeitig anhalten, so dass ein Zusammenstoß erfolgreich verhindert wurde. Das mit einem PAEB-System mit einer Technologie auf der Basis von Radar und Kamera ausgerüstete Fahrzeug scheiterte in jedem getesteten Szenario.

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