• Natalia Sousa

AVL nimmt neues Battery Innovation Center in Betrieb

Das neue Produktions-Entwicklungszentrum für Batterien ist ein Kompetenzzentrum von AVL, das die Automobilindustrie bei ihrem gegenwärtigen Wandel zur E-Mobilität optimal unterstützt. Neben der funktionalen Entwicklung von neuen Hochvoltbatterien für Elektrofahrzeuge liegt der Schwerpunkt auf der Etablierung, Implementierung und Validierung von neuen hocheffizienten Produktionsprozessen. Durch verschiedene Simulationswerkzeuge können diese flexibel an neue Anforderungen angepasst und frühzeitig bei den Kunden in der Großserie umgesetzt werden. Somit wird eine Prototyp- und Kleinserienproduktion von Modulen und Packs unter Großserienbedingungen ermöglicht. Der Gesamtprozess, von der Beauftragung bis zum Produktionsstart beim Kunden, wird durch die Experten und Methoden des Battery Innovation Centers (kurz BIC) erheblich verkürzt. Zugleich erreichen Produktqualität und Prozesssicherheit ein höheres Niveau.

Graz, Österreich, 23. September, 2021: Mit dem Battery Innovation Center erweitert AVL sein Portfolio um eine wichtige Zukunftsplattform. Die 1 600 Quadratmeter große Anlage ist eingebettet in den Hauptsitz des Unternehmens in Graz und unterstützt alle weltweiten AVL Kompetenzen für innovative Batteriekonzepte. Mit der Inbetriebnahme des neuen Zentrums verfolgt der Entwicklungsdienstleister das Prinzip des Simultaneous Engineering und weitet dessen Umfänge somit aus.



Im AVL Battery Innovation Center ist die funktionale Batterieentwicklung eng verzahnt mit der Expertise von Produktionsplanern und dem Input von Teile- bzw. Maschinenherstellern. Das Ergebnis ist ein wesentlich höherer Reifegrad der von AVL entwickelten Batterien über alle Phasen der Entwicklung hinweg. Darüber hinaus wird der Prozess bis zur Marktreife deutlich beschleunigt, da sich Funktion, Herstellbarkeit und Kosten frühzeitig ausbalancieren und optimieren lassen. Die Zuverlässigkeit der Validierung wird damit weiter erhöht und eine gleichbleibend hohe Qualität sichergestellt.


Das BIC ist für unterschiedlichste Arten von Batterieentwicklungen ausgelegt. An den zum Teil vollautomatisierten Stationen können alle gängigen Kernprozesse der Modul- und Packfertigung dargestellt werden. Unabhängig von Zelltyp, Zielspannung und Integrationsgrads lassen sich alle Schritte der Modul- sowie künftig auch der Packproduktion abbilden. Mit den Industrierobotern im BIC kann AVL außerdem die für die Automobilhersteller immer wichtiger werdenden Anforderungen in den Bereichen Cell-to-Body und Module-to-Chassis bedienen.

Flankiert wird die Verbesserung der Produktionsprozesse durch hochentwickelte Methoden der Virtual Reality (VR). Im Bereich der Montageprozesse kommt verstärkt Augmented Reality (AR) zum Einsatz. Die Industrialisierung von Batterien lässt sich dadurch in einem bisher nicht gekannten Maß mit der Produktentwicklung parallelisieren, was wiederum die Markteinführungszeiten reduziert.



Zu den weiteren Highlights unter dem Dach des Battery Innovation Centers gehört die fertigungstechnische Absicherung einer Großserienfertigung in Realumgebung. In der Pilotlinie lässt sich der konzipierte Produktionsprozess unter echten Bedingungen bis ins Detail erproben. Sämtliche aktuell am Markt erhältliche Zelltypen mit Abmessungen bis hin zu Cell-to-Pack-Dimensionen können dabei industriell verarbeitet werden. Weiterhin können im BIC Batterien von der Einzelfertigung im A-Muster bis hin zu Baulosen von mehreren hundert Batterien unter vollständiger Überwachung definierter Qualitätsmerkmale gefertigt werden.


Mit der Planung des AVL Battery Innovation Centers in Graz wurde 2018 begonnen. Das Projekt wird durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und das europäische Innovationsprogramm Important Projects of Common European Interest (IPCEI) unterstützt.


Prof. Helmut List, Vorsitzender der Geschäftsführung und CEO der AVL List GmbH: „Die Technologien für kundentaugliche und kosteneffiziente Hochvoltbatterien für Elektrofahrzeuge sind schon sehr fortgeschritten. Demgegenüber gibt es beim Thema der Produktion noch sehr viel Potenzial. Hier setzen wir mit unserem Battery Innovation Center an, denn die Optimierung der Produktionsverfahren ist ein Schlüsselfaktor auf dem Weg zur E-Mobilität. Wir haben schon vor über fünf Jahren damit begonnen, Montageprozesse radikal neu zu denken. Mit dem BIC in Graz bieten wir unseren Kunden nun ein innovatives Zentrum, das alle Anforderungen einer modernen Batterieentwicklung abdeckt.“



Das Battery Innovation Center ist ein klares Bekenntnis zu einer grüneren Zukunft. AVL schreibt sich die Reduzierung von Treibhausgasemissionen für nachhaltige Mobilitätslösungen auf die Fahnen.


Die Bedeutung des Battery Innovation Centers:

• Erwartete Umsatzsteigerung von 60% bei der Batterieentwicklung am Standort Graz innerhalb der nächsten drei Jahre.

• Mehr als 110 neue Arbeitsplätze werden durch das Battery Innovation Center geschaffen.

• Zusätzlich zu den Investitionen führt AVL auch Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung durch, um die notwendige Qualifikation auf allen Ebenen sicherzustellen.

• Im Rahmen von begleitenden Forschungsprojekten mit den Hochschulpartnern von AVL (Technische Universität Graz, Virtual Vehicle, MontanUni Leoben, Pro2Future) wurden bereits mehr als zehn Studienarbeiten begonnen.

• Stärkung des regionalen Autobatterie-Clusters mit den AVL Partnern Rosendahl Nextrom und Varta Micro Innovation.

• AVL bleibt Vorreiter für umweltfreundliche Batterien über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

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